Parks Pipes werden unter anderem wegen ihrer Kreativität so geschätzt. Selbst ich habe mich von einer Bent Scoop gefangen nehmen lassen.
Wem das ein oder andere aber zu gewagt erscheint: Michael beherrscht auch ganz hervorragend die klassischen Shapes, was mir als Billardliebhaber sehr zugute kommt.
Anfertigungen auf Kundenwunsch sind ihm stets willkommen, aber hier sind mittlerweile Wartezeiten von mindestens 8 Monaten einzukalkulieren. Das lohnt sich aber immer!
Parks Pipes sind jetzt weltweit bekannt und in der Winterausgabe 2007 des PT Magazins findet sich ein schöner Artikel.
Sein beruflicher Erfolg hielt ihn aber zum Glück nicht davon ab, auch weiterhin an sein Privatleben zu denken und so hat er im Sommer geheiratet.
Wenn ich mal nach Canada reise, wird dringend ein Besuch fällig!
25.April,2008
Heute möchte ich Euch Christoph Stiegler vorstellen.
Christoph Stiegler wurde 1976 in Salzburg geboren und ist verheiratet. Kennen gelernt habe ich auch ihn über das Internet.
Hier ist er bei der Begutachtung von unserem allseits geliebten Bruyere zu sehen.
Formaler Wedegang in kleinen Zahlen:
1991-1997 - Fachschule für Kunsthandwerk
( 1. Fachrichtung Gold- und Silberschmied, Juwelier und Modeschmuckerzeuger von 1991- 1995 )
( 2. Fachrichtung Graveur, Gürtler und Stahlschneider von 1995- 1997)
Seit 1991 - eigenes Atelier
Seit 1991 - Design und Umsetzung von Unikatpfeifen
1993 - erste kleine Ausstellung von Unikatpfeifen in Salzburg
seit 2003 - Angewandter Künstler ( Mitglied der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs)
Was Christoph selber über sich zu sagen hat:
Schon als 6-jähriges Kind war ich mir ziemlich sicher, dass ich einmal Pfeifenraucher werden würde. (Kinderarzt war Pfeifenraucher, hat nach jedem Arztbesuch süßlich duftende Rauchschwaden im Stiegenhaus hinterlassen), jedoch der Gedanke ans Selbstfertigen, der lag noch in weiter Ferne.
1991 war es dann soweit. Ausbildung zum Gold- und Silberschmied. Welch ein Glück; ein mich unterrichtender Schmuckdesigner war Pfeifenraucher und der stellte sich ein paar Pfeifen selbst her. Von ihm habe ich damals mein erstes Stück Bruyere bekommen. Plateau war es damals noch keiner, und die Maserung war auch nicht die Schönste, aber ich hatte begonnen.
Nun machte ich mich auf die Suche nach gutem Material. Anfänglich war die Beschaffenheit der Materialien nicht besonders hervorragend, doch im Lauf der Zeit ist es mir gelungen, zu sehr gutem Plateauholz zu kommen. Nun hole ich mir die Plateaus von verschiedenen „Sägewerken “... Beim Bruyereholz möchte ich mich nicht auf einen bestimmten Fundort einschränken. Viel wichtiger ist es mir, dass die Qualität bei jedem einzelnen Plateau auch wirklich optimal ist.

Von anfänglich sehr ausgefallenen “Kleinplastiken“ aus Bruyere – bis nun zu den „klassischen Freehands, gemischt mit einer Portion eigenem Stil.
Erst nach Jahren erreicht man seinen eigenen Stil. Die Pfeife wird charakteristisch.

Bei den von mir gefertigten Unikatpfeifen verwende ich sehr gerne Materialien wie Bernstein, Mammutelfenbein, Horn, div. Edelhölzer,…
welche mitunter das Wirken einer handgefertigten Pfeife noch um einiges verbessern können.
Immer bestrebt , das richtige Maß zu finden – wieviel lasse ich die Natur zur Geltung kommen ( z.B: das Belassen der Borke),
wie weit lässt sich die Natur mit meinem Entwurf vereinen, und wie kann ich eine Pfeife anspruchsvoll gestalten, und trotzdem eine gewisse und sehr notwendige Handlichkeit erhalten, denn die Pfeife sollte, auch gestaltet nach dem gewagtesten Entwurf, immer noch ein Rauchgerät sein.
In meinem Atelier stelle ich zurzeit pro Jahr nur etwa 30 Unikatpfeifen her.
13. September, 2008
Heute berichte ich über
David Wagner von Baff Pipes?!
"Im oberösterreichischen Teil
des Salzkammergutes, zwischen der Bezirksstadt Gmunden mit dem aus
einer Fernsehserie bekannten Schloss Orth und Traunkirchen liegt der
Gmundner Berg. An dessen Fuß findet man den Ort Reindlmühl, die Wohn-
und Wirkungsstätte von Dipl. Ing. David A. Wagner.
In
dieser von weitreichenden Wäldern und saftig grünen Wiesen umgebenen
und von einem Bach durchflossenen Ortschaft bewohnt David ein kleines
uriges Bauernhaus. In einer ehemaligen Schusterwerkstatt befindet sich
seine Werkstatt.
Von Außen eher unscheinbar, verbergen sich im Inneren neben Drehbank,
Bandschleifer etc. auch ein Sandstrahlgerät, sowie zahlreiche Plateaus,
Bambus, Edelhölzer und Mundstückmaterialien".
Dieser Text stammt vom Pfeifenkonsulat www.pfeifenkonsulat.at !
Für die Zukunft geplant scheinen ab Ende des Jahres drei Pruduktlinien: Infos ebenfalls dem Konsulat entnommen!
baff?pipes – custom made tobacco pipes – Tabakpfeifen nach Mass
Unter
dem renommierten Markennamen "baff?" fertigt der österreichische
Pfeifenmacher David Wagner Tabakpfeifen nach maß. Der Pfeifenmacher
verwendet für baff? Pfeifen keine Munstückrohlinge, sonder fertigt
jedes Mundstück von Hand. Die Jahresproduktion liegt bei ca. 50 Stück.
Mittleres bis hohes Preisniveau.
sven!pipes - fine handcrafted smoking pipes
Unter
dem Markennamen "sven!" wird der Pfeifenmacher David Wagner mit Ende
2008 eine zweite Produktlinie einführen. Im Gegensatz zu baff? Pfeifen
werden sven! Pfeifen nicht nach Maß gefertigt. Der Schwerpunkt liegt
auf eher klassischen Formen. Die Jahresproduktion liegt bei ca. 80-100
Stück. Sven! pipes sind im mittleren Preissegment angesiedelt und
ausschließlich hier im Pfeifenkonsulat erhältlich.
David Wagner - highgrade freehand pipes
Unter
dem Markennamen "David Wagner" wird der Pfeifenmacher David Wagner mit
Beginn 2009 eine dritte Produktlinie einführen. Der Schwerpunkt liegt
auf freien Formen und sehr hohen Gradings im gehobenen Preissegment.
Die Pfeifen werden genau nach der Maserung herausgearbeitet und erst
anschließend gebohrt. Die Jahresproduktion wird mit ca. 10 Stück sehr
stark limitiert sein."
Wir haben gemeinsam ein Interview vereinbart. Also ich habe dem David einen Haufen Fragen zugemailt und er hat dann geantwortet:
Mich interessiert zum Beispiel, wie du an deine Werkstatt gekommen bist?
Das mit der Werkstatt könnte man als Zufall bezeichnen. Erst war gar nicht geplant bei meinem Wohnhaus eine Werkstatt einzurichten. Ich wollte in dem Haus eigentlich nur wohnen und eine Werkstatt in der Nähe mieten. Ich dachte an eine Schauwerkstätte mitten in der Altstadt von Gmunden. Irgendwann hab ich diesen Plan aus mehreren Gründen aufgegeben, obwohl ich immer noch denke, dass eine Schauwerkstätte eine gute Idee ist. Vielleicht mach ich ja noch mal einen neuen Versuch – die Stadt Gmunden unterstützt meine Pläne derzeit allerdings nicht.
Und wie lebst du denn da?
Ich lebe sehr einfach, zurückgezogen und ruhig. Manche Leute, die mich nicht so gut kennen, bezeichnen mich als Aussteiger. Das stimmt aber nicht. Ich muss ohnehin genügend rum fahren (Wien, Chicago ….) und die verbleibende Zeit zuhause hab ich es gerne gemütlich und ruhig. Ich habe auch 13 Jahre in Wien gelebt, zu dieser Zeit genau das Richtige, nun aber ziehe ich das Landleben vor. Ein Klassiker.

Gab es mal Gedanken wegzuziehen?
Und ob. Es ist auch was in Planung. Kann gut sein, dass ich meinen Wohnsitz in 1-3 Jahren nach Kroatien verlege. Mal sehen. Vielleicht aber auch Sardinien (Bruyere vor der Haustür). Ist noch nicht ganz klar.
Reist du gerne und gibt es für dich ein Lieblingsland?
Ich bin früher sehr gerne gereist. Ich hatte ständig Fernweh. So bin ich zum Beispiel mit dem Motorrad durch Lateinamerika (kann ich auf gar keinen Fall weiterempfehlen – viel zu gefährlich). In der Zwischenzeit hat sich das aber ein wenig geändert. Ich denke aus 2 Gründen: erstens gefällt es mir zuhause so gut, dass ich kein Fernweh mehr habe. Zweitens: Heutzutage, um es populistisch auszudrücken, hat jede Urwaldhütte eine Satellitenschüssel am Dach – die Leute wissen genau was läuft – und als westlicher Tourist kommt man in die Schublade "Melkkuh" bzw. "Reiches Bubi". Daher bevorzuge ich Europa – die Leute leben alle auf ähnlichem Niveau – es gibt kaum Neid – man fällt kaum auf. Und mediterranes Klima ist mein Favorit – also Mittelmeer. Darum will ich auch ans Mittelmeer ziehen. Gutes Bruyere, frisches Obst & Gemüse, frischer Fisch …. Was will man mehr?
Lebst du allein?
Nein, ich habe eine Freundin – sie ist Künstlerin und hat Ihr Atelier 500 Meter weiter - www.petrakodym.info
Sie ist eigentlich Wienerin – ich hab sie aber aufs Land entführt.
Kommen mal Besucher vorbei?
Ja klar – meist aber nur angemeldete – ich hab nämlich beim Haus kein Schild aufgestellt – sonst wäre meine Werkstatt immer gut besucht und ich würde nicht zum Arbeiten kommen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich den Plan mit der Schauwerkstätte aufgegeben habe – ich weiß nicht wie ich den Aufwand bewältigen soll.
Wie kommst du an dein Holz für die Pfeifen?
Meist fahre ich nach Italien und suche mir die Stücke selber aus. Ich lasse mir aber auch manchmal welches schicken. Denn bei der Maßfertigung brauche ich alles Mögliche – das bekommt man nicht bei nur einem oder zwei Coupeuren.
Hast du einen Lieblingstabak?
Ich rauche eigentlich nur noch Three Nuns.
Was ist eigentlich aus deiner Fotografie geworden?
Leider, leider, leider hab ich im Moment gar keine Zeit – ein Jammer – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Hier gibt es ein paar ältere Fotos: http://members.aon.at/davidwagner/
Wie bist du auf den USA-Markt gekommen?
Keine Ahnung J - natürlich helfen die Ausstellungen in Chicago – aber um ehrlich zu sein, ist der US Markt für mich derzeit nicht besonders interessant (Dollar Kurs …) – ich bevorzuge Japan.
Und wieso ausgerechnet das Internet?
Nun, die Maßfertigung funktioniert eigentlich nur so, wenn man es weltweit betreiben will. Zu Beginn habe ich versucht Händler von dem Konzept der Maßfertigung zu überzeugen – hat aber niemanden interessiert – meist war es den Händlern zu viel Aufwand und zu ungewohnt. Mir ist also gar nichts anderes übrig geblieben als die Sache selber in die Hand zu nehmen – ein großer Aufwand neben der Fertigung – aber was soll man machen, wenn man im Regen stehen gelassen wird?
Bereitet das Auftragsarbeiten Stress oder fühlst du dich dadurch kreativ eingeengt, wie manch anderer Pfeifenmacher?
Kreativ eingeengt fühle ich mich gar nicht – aber stress ist es manchmal schon – wenn in kurzer Zeit mehrere sehr hohe gradings bestellt werden, weiß ich oft nicht wie ich den Arbeitsaufwand schaffen soll, so dass meine Kunden nicht länger als 6 Monate auf eine Pfeife warten müssen. Denn bei sehr hohen gradings, kann es schon mal passieren, dass ich eine Pfeife 10 mal machen muss, bis das grading passt – das sind dann ca. 100 Stunden reine Produktionszeit.

Was gibt es denn an anderen Aktivitäten neben dem Pfeifenbau?
Im Moment nix. Ich bin auf viele Monate hinaus überbucht. Wenn etwas Zeit bleibt gehe ich mal Laufen (macht zwar nicht extrem viel Spaß, aber ich will ja nicht Rost ansetzen) oder Sauna. Ansonst interessiere ich mich für klassische Musik, Philosophie und Kunst.
Wie beurteilst du die Holzqualitäten und erklärst dir deren Unterschiede?
Nun, die Holzqualität hängt zum Einen davon ab, was einem der Coupeur anbietet. Meist bekommt man erst dann wirklich gute Ware, wenn man über Jahre hinweg bei einem Händler kauft. Die Maserung hängt natürlich von den Fähigkeiten des Coupeurs ab.
Gibt es Versuche mit anderen Holzarten außer Bruyere?
Hab ich schon lange aufgegeben – meiner Meinung nach reine Zeitverschwendung. Die meisten Hölzer bilden zu leicht Risse, zum Bsp. Olive – Morta versuche ich aus diesem Grund erst gar nicht. Geschmacklich kann auch nichts mit Bruyere mithalten (subjektiv).
Mythen ums Pfeiferauchen, etwa Sherlock Holmes, die Einfluß haben?
Mythen gibt es unzählige. Das Internet räumt aber schön langsam etwas damit auf. Aber prinzipiell ist es noch immer so, wenn 2 Fachleute ein Thema diskutieren (Pfeifenmacher) sind sie kaum einer Meinung. Ist aber gar nicht schlecht – so entwickelt sich die Sache weiter. Oder war die Frage anders gemeint?
Hier dann noch ein kleiner Abriß, wie bei David eine Internetbestellung zur Maßfertigung ablaufen kann.
Neulich sah ich eine seiner ersten Pfeifen, die ich unbedingt in ähnlicher Form auch haben wollte.
Eine Pot.
Ich bekam dann zunächst diese Skizze:

Hier stimmt die Reihenfolge jetzt nicht mehr, aber ich fand das fertige Bild passt so schön zur Skizze!
Richtig! Ich bevorzuge immer noch größere Pfeifen. Hat schon was, diese Pfeifenfertigung nach Maß!
Dann etwas später kommt dieses Bild zum Vorschein:
Hoffentlich macht dieser Kantel keinen Ärger! Leider doch, aber beim zweiten Anlauf:
........... und noch einige Tage später, die Pot ist bald fertig:
Die Vorfreude wächst!
..und hier ist sie nun. In Natura ist es eine echte Schönheit!
Das nenne ich eine schöne Maserung!